Augen auf bei der Wahl der Illustratoren!

Alexandra Höller Autorin Selfpublisherin Vorarlberg

Geschrieben von Alexandra

Hey, mein Name ist Alexandra. Wohnhaft bin ich im schönen Vorarlberg in Österreich und wurde im Juni 1991 geboren. Das Schreiben ist eines meiner liebsten Hobbies. Auch das Malen, Fotografieren, Lesen, sowie das Zocken von PC-Games sind weitere Beschäftigungen, denen ich gerne nachgehe.

Damit euch hoffentlich nichts Ähnliches passiert, wie mir, möchte ich euch hier über meine ersten Erfahrungen mit einem „Illustrator“ berichten. Wenn ihr mir schon länger folgt, oder euch auf meiner Seite schon ein wenig durchgelesen habt, wisst ihr ja, dass das Kinderbuch „Die grummelige Hummel“ mein allererstes selbstgeschriebenes Buch und auch ein Herzensprojekt von mir ist. Da ich ja wirklich mit null Ahnung von allem startete und auch niemanden kannte, der bereits Bücher verfasst hat, blieb mir nichts anderes übrig, als im Netz zu recherchieren, wie ich zu schönen Bildern für mein Kinderbuch kam (ohne dabei um die 5.000 € liegen zu lassen!). Und hier lest ihr, welche Erfahrungen ich zum Thema „Illustrator“ gesammelt habe.

Auf der Suche nach einem Illustrator für mein Buch

Natürlich wendete ich mich, wie fast immer, an Dr. Google, um mir einen Überblick zu verschaffen, wer solche Dienste überhaupt anbot. Schnell wurde mir klar, einen „professionellen“ Illustrator konnte ich mir derzeit nicht leisten. Die Preise hier sind wirklich gesalzen – aber vermutlich auch gerechtfertigt. Also machte ich mich auf die Suche nach einer günstigeren Alternative und stieß dabei auf die Seite fiverr.com. Das Konzept dieses Online-Portals finde ich nach wie vor richtig klasse, nur habe ich in meinem Unwissen und meiner Aufgeregtheit über das baldige Fertigstellen meines ersten Buches wohl zu wenig darauf geachtet, in wessen Hände ich mein Herzensprojekt übergab (ich erwähne hier keine Namen oder sonstiges).

Ich stöberte also durch dieses Online-Dienstleistungs-Portal und schaute mir ein paar Illustratoren und deren Beispielbilder an. Wie gesagt, ich startete Ende letzten Jahres als blutige Anfängerin in diesem Bereich und hatte auch wohl nicht das Auge dafür, wessen Illustrationen „echt“ waren und welche nicht. Ich entschied mich für eine(n) Illustrator(in), dessen Bilder mir zusagten und schrieb diese(n) an, erklärte in meiner Nachricht kurz den Inhalt meines Buches, zählte auf, wie viele Bilder ich mir vorgestellt hatte und fragte, was mich all das ungefähr kosten würde. Die Antwort darauf erhielt ich innerhalb weniger Sekunden – so gefiel mir das. Die gesamte Kommunikation fand auf Englisch statt, was auch nicht weiter schlimm war, aber am Anfang schob ich deswegen, weil ich mir dachte, mich evtl. falsch ausgedrückt zu haben, fehlende oder falsche Umsetzungen der Bilder darauf.

Sprachbarriere oder Unverständnis?

Das Angebot des Illustrators lautete: 20 Bilder + Front- und Rückcover sowie ein fertig formatiertes Buch – ready für den Upload auf Amazon oder anderen gängigen E-Book-Plattformen inkl. unlimitierten Revisionen um einen, zwar immer noch recht hohen, aber zahlbaren Preis. Da mir der Stil der Beispielbilder des Illustrators gut gefiel, willigte ich ein und überwies den gesamten Betrag, damit ich es erledigt hatte, direkt via PayPal. Ich freute mich zunächst wie ein Christkind darüber, den nächsten, essenziellen Schritt in Richtung eigenes Buch getätigt zu haben. Geschätzte Arbeitszeit des Illustrators waren ca. 15 Werktage – alles kein Problem für mich, da es Anfang Oktober war und ich vorhatte, das Buch Anfang Dezember zunächst als E-Book zu veröffentlichen.

Ich schickte also eine sehr detaillierte Charakterbeschreibung + zusätzliche Szenenbeschreibungen, wie ich mir die einzelnen Bilder vorstellte inklusive ein paar Beispielbilder, die ich auf Google fand, an den Illustrator und war voller Vorfreude. Tatsächlich erreichte mich nach den angekündigten 15 Werktagen ein erster Entwurf aller Bilder. Als ich die Bilder sah, regten sich in mir bereits leise, erste Zweifel, ob dies schon der richtige Illustrator für mein Projekt war, da ich festgestellt hatte, dass manche Gebäude und Elemente in den Bildern einfach zusammengeschnitten oder mehrfach kopiert wurden. Zudem passten meine Charaktere weder zu meiner Charakterbeschreibung noch optisch zusammen…

Da ich „etwas“ perfektionistisch veranlagt bin – und mir das auch bewusst ist – schob ich mein ungutes Gefühl beiseite und schrieb dem Illustrator eine ewig lange Liste der Änderungen, die ich gerne hätte, verfeinerte nochmal alle Beschreibungen, achtete darauf, ob ich eventuell Formulierungen verwendet hätte, die es im Englischen so nicht gibt und schickte ihm alles zu mit der Bitte, zur Überarbeitung. Ich dachte mir, wer von vornherein unbegrenzte Überarbeitung anbot, wusste ja schließlich sicher, was er da tat. Der Illustrator nahm die Änderungswünsche entgegen und versprach mir, alles innerhalb von acht Werktagen umzusetzen. Ich schrieb freundlich zurück, dass ich mich schon darauf freue, die überarbeiteten Bilder zu sehen.

Alex Blogbeitrag Illustratoren aufgepasst

Die Motivation ließ merklich nach…

Nach Ablauf der acht Werktage bekam ich eine Mail, dass der Termin leider nicht eingehalten werden kann und sich die Lieferung der Bilder um weitere Tage verzögert. Alles soweit kein Problem für mich. Zumindest bekam man hier eine Rückmeldung, wenn sich etwas verspätete. Ich war also immer noch guter Dinge. Dann – endlich -kamen die überarbeiteten Bilder an. Und jetzt hatte ich zum ersten Mal wirklich den Eindruck, dass meine Wünsche und Anliegen gar nicht wirklich gelesen (und das nicht aus mangelnden Englisch-Sprachkenntnissen), sondern nur immer das Gröbste abgeändert wurde. Tja – was sollte ich jetzt davon halten?

Auch die Antwortnachrichten, die anfänglich immer freundlich und zeitnah ausfielen, blieben jetzt aus oder wurden immer, sagen wir mal knapper, gehalten. Ich ließ mich aber nicht beirren und schickte wieder und wieder meine Liste, mit den sich mittlerweile oft wiederholenden Änderungswünschen aus den vorherigen Revisionen an den Illustrator. Ich habe ja schließlich dafür bezahlt. Irgendwann, mittlerweile waren zwei Monate vergangen, gab ich auf und akzeptierte die Bilder, nach 10 Überarbeitungen so, wie sie waren. Obwohl der Illustrator mir auch immer eine deutsche Version des Covers zeigte, wurde diese im finalen Bilderpaket einfach vergessen.

Da mein Buch aber im Moment ausschließlich auf Deutsch erhältlich ist, konnte ich mit dem englischen Buchcover nichts anfangen. Erst nachdem ich mehrmals nachfragte, bekam ich die Antwort, dass man mir das deutsche Cover schicken, die Änderungen aber wieder ein paar Tage in Anspruch nehmen würden. Ich hätte langsam echt im Strahl kotzen können – aber egal. Denjenigen denen ich die fertigen Illustrationen und das Cover zeigte, fanden diese „gar nicht so schlimm“ und so dachte ich mir wieder, es läge einfach nur an mir und meinem, teilweise echt anstrengendem, Perfektionismus.

Free ClipArts… ernsthaft?!

Da ich eigentlich selbst gerne male und das auch schon seit ich denken kann und mir nur die notwendigen Mittel fehlten, um professionelle, zeitgerechte Zeichnungen zu gestalten (also nicht mit Malstiften auf Papier), war ich schon fast frustriert darüber, dass ich hier nicht selbst Hand anlegen konnte. Das würde vieles einfacher machen. Dennoch stellte ich mein Buch mit den erhaltenen Illustrationen fertig und lud es hoch. Doch es war einfach nicht das, was ich mir vorgestellt hatte und trübte ein wenig meinen Stolz auf das Büchlein.

Weihnachten kam und mein Freund, der mich bei allem was ich mache unterstützt, hat mir doch tatsächlich ein Grafik-Tablet gekauft! Ich konnte es kaum fassen! Dieses wurde natürlich sofort in Betrieb genommen. Ich machte mich mit dem Programm vertraut, in dem ich unzählige Tutorials auf YouTube ansah und probierte alles aus. Auch die „Layer-Funktion“. Für meine ersten Versuche und auch um ein Gefühl für das digitale Malen zu entwickeln, suchte ich mir Inspirationen aus dem Netz. Was ich dort sah, traf mich wie ein Schlag. Meine Charaktere aus dem Buch, die mir der Illustrator geschickt hat lachten mir von meinem Bildschirm entgegen.

Ich spreche hier nicht von ähnlich aussehenden Bildern, denn auch ich hole mir Inspirationen und Anregungen im World Wide Web, sondern genau die gleichen Figuren, wie sich in meinem Buch – meinen Herzensprojekt – wiederfanden… Sogar die Gebäude und andere Hintergrundelemente waren als „Free-ClipArts“ im Netz erhältlich. Somit kam ich zum Schluss, dass meine Illustrationen im Buch nur „Copy + Paste“-Zusammenschnitte waren. Ich hatte also einen Batzen Geld dafür gezahlt und eine respektable Rezension abgegeben (weil ich dem Illustrator nicht schaden wollte – ja ich weiß, ich war zu gutmütig und bin selbst dran Schuld), für Bilder, in der nicht ein Strich selbstgemalt war und Figuren sowie Gebäude, die sich überall wiederfinden ließen.

Bravo Alex!

Auch wenn ich gemerkt habe, dass mein auserwählter Illustrator nicht wirklich mit Feuereifer dahinter war, hätte ich jedoch nie im Leben damit gerechnet, dass alle Figuren kostenlos aus dem Netz gezogen und in mein Buch eingefügt worden waren. Tja, wieder einmal in meinem Leben habe ich (ein sattes) Lehrgeld bezahlt. Mich packte der Ehrgeiz und anstatt besagtem Illustrator nochmal zu schreiben, beschloss ich, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Ich hatte zu dieser Zeit gerade Urlaub und ich saß zwei Wochen von morgens bis teilweise spät in die Nacht hinein an meinen eigenen Illustrationen für mein Buch „Die grummelige Hummel„.

Jeder Strich auf diesen Bildern wurde von mir selbst gezeichnet, jeder Hintergrund sorgfältig überlegt und alles so umgesetzt, wie ich mir das vorstellte. Ich habe versucht, in einem möglichst „kindlichen“ Stil zu malen, da mir selbst früher solche Bücher auch am besten gefallen haben. Es war viel Arbeit – jedoch konnte ich alles nach meinen Vorstellungen gestalten und das bereitete mir unglaubliche Freude. Ich hatte schwitzige Hände, als ich das Buch in überarbeiteter Form wieder auf Amazon hochlud. Natürlich war es schade für die Leute, die das E-Book bereits in der alten Version gedownloadet hatten – aber daran konnte ich jetzt nichts mehr ändern. frown

Alex Illustratorin Auszug die grummelige Hummel

Aus Fehlern lernt man!

Ein Fehler, den ich nur einmal beging. Zukünftig illustriere ich, soweit es mir möglich ist, alles selbst und freue mich über euer Feedback. Mir geht es nicht darum, mit großen, bekannten Illustratoren zu konkurrieren, sondern ich freue mich, wenn ich euch meine „Kopfwelt“, die ich beim Schreiben vor mir hatte, zeigen kann smile. 

Wenn ihr auf der Suche nach einem Illustrator seid, passt bitte wirklich auf, an wen ihr euch wendet. Wenn ihr das Gefühl habt, dass hier mit ClipArts gearbeitet wird, dann versucht das im Vorhinein zu klären. Da ich mich bei meinem Illustrator nicht mehr gemeldet habe, weiß ich nicht, was er mir geantwortet hätte, wenn ich ihn offen heraus gefragt hätte, ob er selbst zeichnet oder ClipArts verwendet. Ich hoffe, ihr findet jemanden, dem ihr voll und ganz vertrauen könnt und der eure Bilder liebevoll und gewissenhaft umsetzt.

Ich wünsche euch von Herzen ganz viel Erfolg mit euren Projekten! Schreibt mir doch mal eure Erfahrungen die ihr auf dem Weg zum ersten Buch gemacht habt. Sind unter euch vielleicht auch Kinderbuchautoren dabei? Wie ihr wisst, nehme ich gerne Tipps & Tricks von euch entgegen wink.

Bildquelle: Fotos & Bilder von pexels.com und Alexandra Höller

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